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Die negative Umkehrung der Evolution

Während die Evolutionstheorie nach Darwin die Gene und deren angeblich zufällige Variation in den Vordergrund stellt, ist der eigentlich wesentliche Zusammenhang in der Evolution ein ganz anderer:

Wenn die Aktivitätsimpulse des Bewusstseins in Form von Verhalten auf die Materie (z.B. den Körper) treffen, dann führt das zu Veränderungen in der Materie. Die Materie bzw. der Körper verändert sich so, dass das angestrebte Verhalten immer leichter und besser erreichbar ist. Das ist ein Effekt, den jeder Mensch aus eigener Erfahrung kennt: Der Körper lernt und ein immer wieder praktiziertes Verhalten wird immer leichter und besser möglich. Und dabei verändert sich der Körper auch physisch in winzigen kaum wahrnehmbaren Schritten. Ich bezeichne das als “Evolutionsprinzip”:

Die Materie folgt in ihrer Entwicklung den Zielvorstellungen hinter einem Verhalten!

An dieser Stelle könnte man sich zu Recht wundern, warum ich das so komisch ausdrücke und immerzu schreibe “die Materie ändert sich”, anstatt einfach zu schreiben “der Körper ändert sich”. Hintergrund dieser Ausdrucksweise ist, dass der Zusammenhang tatsächlich viel allgemeiner gilt, als nur auf den Körper bezogen. Es handelt sich um ein universelles Entwicklungsprinzip im Zusammenspiel von Bewusstsein und Materie und zwar bezogen auf jegliche Materie, die mit dem durch ein Bewusstsein initiierten Verhalten verbunden ist.

(Noch mal zur Erinnerung: Als “Bewusstsein” bezeichne ich jenen geheimnisvollen Antrieb, der “das Leben” von “toter Materie” unterscheidet. Das menschliche Ich ist eine spezifische Form von Bewusstsein.)

Der menschliche Körper ist natürlich der Teil von Materie, auf den sich das Evolutionsprinzip am deutlichsten sichtbar auswirkt, weil er am engsten mit dem Bewusstsein und seinen Aktivitätsimpulsen verbunden ist. Allerdings führt das Evolutionsprinzip auch zu zahlreichen Änderungen sowohl im Körper als auch in der übrigen Materie, die sich überhaupt nicht in den Genen niederschlagen. Die Fixierung auf genetische Veränderungen in Darwins Evolutionstheorie führt dazu, dass nur ein kleiner Teilausschnitt des Gesamt-Entwicklungsprozesses für den Menschen sichtbar ist.

Dieses Entwicklungsprinzip

Aktivitätsimpuls => Verhalten => Anpassung der Materie an das Verhalten

bedeutet, dass die Materie früher oder später auch Verhaltensweisen unterstützen wird, die bei den ersten Versuchen noch nicht erfolgreich sind. Evolution basiert darauf, den Aktivitätsimpulsen des Bewusstseins vertrauensvoll zu folgen, auch wenn die ersten Erfolge zunächst nicht umwerfend sind. Dass die Materie natürlich nicht beliebig große Entwicklungssprünge umsetzen kann, versteht sich von selbst und ergibt sich auch aus der Beobachtung einer kontinuierlichen Evolution in kleinen Schritten.

Bei Lebewesen ohne rationalen Verstand, werden die Aktivitätsimpulse des Bewusstseins ohne weitere Reflexion durch einen Verstand in Verhalten umgesetzt. Die Evolution läuft daher maximal effektiv ab.

Bei Lebewesen mit einem rationalen Verstand (Mensch), steht der Verstand zwischen den Aktivitätsimpulsen und deren Umsetzung in Verhalten. Ob überhaupt und wenn ja inwieweit die Aktivitätsimpulse eine Verhaltensumsetzung erreichen, hängt von den Entscheidungen des Verstandes ab.

Der rationale Verstand ist eine Informationsverarbeitende Instanz, die Entscheidungen aufgrund eines abgespeicherten Regelsystems trifft, das man auch als “Weltsicht” bezeichnen kann. Die Weltsicht beinhaltet die rationalen Vorstellungen über die den Menschen umgebende Welt und soll dem Menschen ermöglichen, Entscheidungen über sein Verhalten so zu treffen, dass es im Sinne seiner Interessen maximal erfolgreich ist.

Weil die gegenwärtige Weltsicht des Menschen vom Entwicklungsprinzip hinter der Evolution nichts weiß, kommt es zu einer Reihe von Effekten, welche die Evolution bezogen auf den Menschen nicht nur blockieren, sondern sogar im negativen Sinne umkehren:

  1. Da der gegenwärtige Mensch die Evolution für ein zufälliges Geschehen hält, blockiert der Verstand all jene Aktivitätsimpulse als aussichtslos, die auf das Evolutionsprinzip für einen langfristigen Erfolg angewiesen wären. Das führt zu einer Blockierung der Evolution. Die Entwicklung wird gestoppt.
  2. Bestimmte Teile der bereits erfolgten Evolution werden auf Verstandesebene verneint. Indem sich diese Verneinung auf das Verhalten niederschlägt, kommt es zu einer negativen Umkehrung der Evolution. Der Mensch verliert auf diese Weise bereits erfolgte Evolutionsschritte. (Besonders deutlich zu sehen bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Laktoseintoleranz, mit denen der Mensch auf eine frühere Evolutionsstufe zurückfällt.)
  3. Die Blockade von Aktivitätsimpulsen durch den Verstand führt zu einem Verlust an Erfüllung (Erfüllung = Befriedigung über erfolgreiche Entwicklung). In der Folge kommt es zu Ersatzbefriedigung (Ersatzbefriedigung = Sucht) und Depression. Das führt dazu, dass die evolutionäre Entwicklung des menschlichen Körpers den Verhaltensweisen Sucht und Depression folgt anstatt den ursprünglichen Aktivitätsimpulsen des menschlichen Ich’s. Die Verhaltensweisen Sucht und Depression werden immer leichter erreichbar und “echte Aufwärtsentwicklung” wird immer schwieriger.
  4. Die körperlichen Veränderungen aufgrund von Sucht und Depression werden “genetisch mitgeschrieben”, damit die Nachfolgegenerationen einen leichteren Zugriff darauf bekommen. (Die Evolution tut, was sie immer tut.)
  5. “Experten” oder auch “Wissenschaftler” entdecken die Zusammenhänge zwischen genetischem Code und Sucht bzw. Depression. Sie halten die entsprechenden Gen-Konstellationen ihrer Weltsicht entsprechend für eine zufällige Variation und identifizieren den genetischen Zusammenhang und damit “den Zufall” als eigentliche Ursache von Sucht und Depression.
  6. Damit werden die Betroffenen von der Lösung abgeschnitten, die darin bestehen würde, zu den ursprünglichen Aktivitätsimpulsen ihres Ich’s zurückzukehren, anstatt diese als sinnlos oder aussichtslos zu verwerfen.
  7. Indem “der Zufall” als Ursache identifiziert wird, anstatt die tatsächlichen Ursachen zu sehen, kommt es zu einer “statistischen Übertragung” von Problemen auf alle Menschen. “Der Zufall” kann ja jeden treffen und deshalb sind nun alle Menschen mit der Aussicht konfrontiert, von diesen Problemen betroffen zu werden. Diese negative Aussicht beeinflusst bei manchen Menschen das Verhalten so stark, dass wiederum das Evolutionsprinzip aktiv wird und die entsprechenden Probleme bei Menschen erzeugt, die von den tatsächlichen Ursachen eigentlich nicht betroffen gewesen wären.

Die negative Auswirkung des Irrtums, die zufällig variierten Gene wären die Krankheitsursache, die ich soeben für Sucht und Depression dargestellt habe, lässt sich auf jede Krankheit übertragen, welche die Medizin als genetisch verursacht ansieht. Es gibt für diese Krankheiten Wege der Heilung, welche eine praktische Anwendung des Evolutionsprinzips bedeuten.

Schauen wir uns die negative Umkehrung der Evolution konkret am Beispiel von Nahrungsmittelunverträglichkeiten an:

Irgendwann im Verlauf seiner Evolution verspürte ein evolutionärer Vorgänger des Menschen das Bedürfnis, Getreide zu essen und Milch zu trinken (möglicherweise nicht beides gleichzeitig). Vermutlich brachte ihm das irgendwelche Vorteile ein. Ich weiß jetzt nicht genau, welche Vorteile das waren, weil Latte Macchiato und Kuchen gab’s ja damals noch nicht, aber aus irgendeinem Grund wollte unser Vorfahre Milch und Getreide zu sich nehmen (Aktivitätsimpulse).

Weil der Verstand damals noch nicht so ausgeprägt war und es auch noch keine Ernährungswissenschaft gab, probierte er es einfach aus. Wahrscheinlich war das Ergebnis nicht sehr wohltuend, weil das Verdauungssystem damit noch nicht umgehen konnte. Aber unser Vorfahre ließ sich davon nicht beirren und aß es einfach weiter.

Und nun begann das Evolutionsprinzip seine Wirkung zu entfalten: Unser Vorfahre vertrug Milch und Getreide immer besser. Das Verdauungssystem passte sich nach und nach an die Verhaltensweise an. So ging das viele Tausend Jahre gut, bis eines Tages der Mensch über Ernährung nachzudenken begann und zu dem Schluss kam:

“Der Mensch ist von seiner Entwicklung her eigentlich kein Getreideesser und die Milch anderer Lebewesen zu trinken ist sowieso unnatürlich - das macht sonst niemand außer dem Menschen”

Dass der Mensch ganz viele Sachen machte, die andere Lebewesen nicht machten, ging in dieser Überlegung irgendwie unter. Jedenfalls beschlossen nun einige Exemplare unter den Menschen, Milch und Getreide zu meiden, weil sie ja “nicht so gut für uns sind”. Das war aber gar nicht so einfach, wie es zunächst schien, weil der Appetit des Körpers Milch und Getreide nach wie vor einforderte (Aktivitätsimpulse). Jahrtausende Evolution konnte auch der rationale Verstand nicht so einfach ausknipsen, wie er sich das vorstellte. Zudem war auch die ganze Ernährungs-Infrastruktur darauf ausgelegt, dass einem ständig Milch und Getreide vorgesetzt wurden.

In der Folge kam es zu einem Konflikt zwischen rationaler Absicht auf der einen Seite (kein Getreide und keine Milch mehr) und natürlichen Aktivitätsimpulsen und Infrastruktur auf der anderen Seite. Ein Kreislauf aus guten Vorsätzen, Misserfolg und schlechtem Gewissen setzte sich in Gang. Jedes Mal, wenn es wieder “falsch lief” wurde die ursprüngliche Absicht bekräftigt:

“Nein, Getreide und Milch sind nicht gut für mich. Ich darf das nicht mehr zu mir nehmen.”

Diese Idee wurde die Grundlage einer zunehmenden Anstrengung, welche versuchte, die ursprünglichen Aktivitätsimpulse auszuschalten und zu überwinden. Das heißt, die Anstrengung richtete sich darauf, dass diese Idee anstelle der ursprünglichen Aktivitätsimpulse zur maßgeblich bestimmenden Größe für das Verhalten wurde.

Und nun geschah das Erstaunliche: Das Evolutionsprinzip “unterstützte” auch diese neue Idee, welche an die Stelle der ursprünglichen Aktivitätsimpulse trat:

“Nein, Getreide und Milch sind nicht gut für mich. Ich darf das nicht mehr zu mir nehmen.”

Die Materie (in Form des Körpers) begann diesem neuen Impuls zu folgen, der an die Stelle der ursprünglichen Aktivitätsimpulse getreten war:

Das Ergebnis: Milchunverträglichkeit, Getreideunverträglichkeit

Das Verhalten hatte die Idee “Getreide und Milch sind nicht gut für mich” immer wieder auf den Körper projiziert und nun folgte der Körper dieser Idee genauso, wie er ursprünglich den direkten Aktivitätsimpulsen des Bewusstseins gefolgt war. Und damit legte die Evolution den Rückwärtsgang ein.

Wenn vorhandene Aktivitätsimpulse des Bewusstseins (des Ich’s) durch den Verstand verneint werden, dann führt das dazu, dass Verhaltensmöglichkeiten, die zu diesen Aktivitätsimpulsen bereits vorhanden sind, wieder verloren gehen.

Die ganze Evolution ist darauf ausgelegt, die Verhaltensmöglichkeiten von Lebewesen zu erweitern (Lebewesen = bewusstseinsgetriebene Materie). Aber die Entstehung des rationalen Verstandes hat dazu geführt, den Prozess umzukehren und Verhaltensmöglichkeiten einzuschränken.

Das bedeutet allerdings nicht, dass der Verstand das Übel ist, wie einige pseudo-spirituelle Lehren vermuten – ganz im Gegenteil: Der Verstand ist eigentlich ein extrem nützliches Werkzeug.

Vielmehr ist das Problem, dass der Verstand das Wissen um das Evolutionsprinzip nicht enthält. Die falsche Weltsicht im Verstand ist die Wurzel des Übels und nicht der Verstand selbst. Der Verstand als solcher ist ein wichtiger und wertvoller Schritt der Evolution.

Das ist aber nur eines der Muster, welches die Evolution durch die Unwissenheit des Verstandes zur Umkehrung zwingt. Einem weiteren Muster widmet sich das nächste Kapitel.

nächstes Kapitel: Unerkannte Sucht