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Die notwendige Kombination unwahrscheinlicher Ereignisse potenziert sich zur absoluten Unmöglichkeit

Bis hierher wurde immer angenommen, dass eine funktional positive Veränderung auf einer einzigen genetischen Variation, zum Beispiel einer Mutation beruht: Also ein Umwelteinfluss oder irgendein anderer Zufallsfaktor führt zu einer einzelnen genetischen Veränderung und die ergibt dann eine positive funktionale Veränderung. Diese Annahme war in den Ausführungen bis zu diesem Punkt schön vereinfachend – sehr wahrscheinlich ist sie allerdings nicht. Vielmehr ist es wahrscheinlicher, dass in der konkreten Praxis mehrere genetische Veränderungen auf eine bestimmte Weise zusammenspielen müssen, damit eine funktional sinnvolle Veränderung dabei herauskommt. Und das bedeutet dann folgendes:

Nehmen wir einmal an, es gäbe 10.000.000.000 mögliche Einzel-Änderungen. Dann ist die Wahrscheinlichkeit für eine ganz bestimmte Änderung 1:10.000.000.000

Wenn nun zum Beispiel 3 solcher Änderungen für eine sinnvolle funktionale Veränderung auf bestimmte Weise zusammentreffen müssen, dann ist die Wahrscheinlichkeit dafür

1:1 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000

Das ist nicht sehr wahrscheinlich – sehr, sehr vorsichtig ausgedrückt. Und dabei habe ich die Ausgangswahrscheinlichkeit des Einzelereignisses vermutlich noch viel zu hoch angenommen.

Wenn man aber die Evolution beobachtet, dann fällt auf, dass die Veränderungen schrittweise in vielen kleinen Schritten erfolgen. Das bedeutet nun wiederum, dass mehrere solcher sinnvollen funktionalen Veränderungen auf ganz bestimmte Weise zusammentreffen müssen. Nehmen wir einmal an, es wären 10 Schritte. Dann ist die Wahrscheinlichkeit dafür (ein bisschen grob gerechnet):

1:1 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000

Gut! Nur für den Fall, dass irgendein Leser nach diesem kleinen Diskurs immer noch an eine Zufalls-getriebene Evolution glaubt, möchte ich noch erwähnen, dass in der Evolution zu beobachten ist, dass positive funktionale Veränderungen häufig genau dann auftreten, wenn sie wegen sich verändernder Umweltbedingungen gebraucht werden. Das heißt, wir reden nicht über irgendeine positive funktionale Veränderungslinie, sondern über eine ganz bestimmte in einem ganz bestimmten geschichtlichen Moment. Wer die Wahrscheinlichkeit dafür, dass das zufällig geschieht, irgendwo schwarz auf weiß sehen möchte, darf sich gern selbst irgendwelche Seiten mit Nullen vollkopieren. Man könnte allerdings auch einfach feststellen:

Es ist vollkommen ausgeschlossen, dass so etwas geschieht!

Okay, es gibt also immer noch ein paar Leser, die bis hierher nicht überzeugt sind. Die seien darauf hingewiesen, dass das Gesamtgebilde der Evolution ein extrem komplexes Gebilde in einem extrem fragilen Gleichgewicht ist, das eben deshalb auf vielfältige Weise aus dem Gleichgewicht geraten kann. Das tut es aber nicht. (Zumindest tut es das ohne den Menschen nicht.) Ich hatte ja weiter oben irgendwann aufgehört, Nullen herumzukopieren. Da hatten wir aber nur über einzelne kleine Teilentwicklungen gesprochen. Wenn wir aber nun das Gesamtgebilde betrachten: Wie wahrscheinlich ist es, dass ...

nächstes Kapitel: Funktionale Systeme