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Funktionale Systeme

Ich werde mich noch auf weiteren Seiten mit den psychologischen Aspekten der Evolutionstheorie auseinandersetzen:

Wie kommt es, dass eine derart offensichtlich falsche Theorie eine solche Verbreitung erfahren konnte?

Aber hier geht es jetzt zunächst erst einmal um einen ganz spezifischen Aspekt dieser Thematik:

Die Evolution bringt “funktionale Systeme” hervor. Lebewesen sind funktionale Systeme. Man könnte sogar von “hoch-funktionalen Systemen” sprechen im Gegensatz zu “schwach funktionalen Systemen”. Wenn sich die Evolutionstheorie in ihrer gegenwärtigen Form halten kann, dann liegt das daran, dass “unscharfes Denken” funktionale Systeme mit “ästhetischen Systemen” durcheinanderwirft.

In einem ästhetischen System geht es um ästhetische Wirkung. In einem ästhetischen System kann man zufällige Veränderungen vornehmen und das Ergebnis ist mit einer ziemlich hohen Wahrscheinlichkeit immer noch ästhetisch ansprechend.

Aber in einem funktionalen System geht es um Funktion. Ein funktionales System ist ein extrem diffiziles Gleichgewicht exakt zusammenspielender Komponenten, die zusammen eine bestimmte Funktion hervorbringen. Kleinste Veränderungen an funktionalen Systemen beeinträchtigen oder verhindern die Funktion.

Die Trennung in funktionale und ästhetische Systeme ist natürlich eine abstrakte Unterscheidung, weil die meisten Systeme, egal ob durch die Evolution oder durch den Menschen hervorgebracht beide Aspekte (sowohl funktionale als auch ästhetische Anteile) besitzen.

Funktionale Systeme haben eine (oder mehrere) Funktion(en) und erfüllen durch die Funktion einen Zweck. Das heißt, sie ermöglichen etwas, das ohne das System mit seiner Funktion nicht möglich wäre. Ein Auto ermöglicht die schnelle Fortbewegung über lange Distanzen von einem Ort zum anderen und das auch noch mit Ladung. Das wäre zu Fuß nicht möglich. Der menschliche Körper ermöglicht dem Menschen sein Leben auf der Erde. Das Herz als funktionales Teilsystem des Körpers hat die Funktion, das Blut durch die Adern zu pumpen.

Sowohl der Begriff des funktionalen Systems als auch der des ästhetischen Systems basieren auf dem allgemeineren Begriff des Systems:

Ein System ist ein aus mehreren Teilen zusammengesetztes Ganzes bzw. eine Menge von zueinander in Beziehung stehenden Elementen, die in ihrer Gesamtheit als Einheit gesehen werden können.

Aber wozu diese Betrachtung?

Ästhetische Systeme kann man ohne weiteres zufällig verändern und es kommt wieder etwas ästhetisch Akzeptables heraus. Dieser Eindruck wird unbewusst auf die Evolutionstheorie übertragen, damit sie glaubwürdig erscheint. Das Problem ist nur: In der Evolution geht es in allererster Linie um funktionale Systeme und bei funktionalen Systemen ist das völlig anders:

Bei funktionalen Systemen funktioniert zufällig absolut überhaupt nichts.

Jeder Mensch, der irgendwie mit der Entwicklung funktionaler Systeme zu tun hat, weiß das auch aus eigener Erfahrung. Um ein funktionales System hervorzubringen, braucht es

  1. intensive geistige Vorbereitung und Planung
  2. sorgfältige Ausführung
  3. ausführliche Tests
  4. und viele Korrekturen, bis alles reibungslos läuft.

Damit ein funktionales System entstehen kann, müssen eine absolute Vielzahl genau bestimmter und exakter Schritte aufeinanderfolgen. Die Annahme, dass so etwas zufällig ablaufen kann, ist geradezu vollkommen absurd. Das gilt schon für die vom Menschen erschaffenen funktionalen Systeme. Aber die Systeme, welche die Evolution hervorbringt, sind noch unendlich viel komplexer als alles, was der Mensch an funktionalen Systemen erschaffen kann.

Die Annahme zufälliger Entwicklung gilt ja in der Wissenschaft nicht nur für die Evolution, sondern auch für das ganze weitere Universum. Auch dort gibt es funktionale Systeme, z.B. unser Sonnensystem. So habe ich mich schon oft gefragt, wie jemand, der mal versucht hat, eine Rakete oder einen Satelliten in eine Umlaufbahn zu befördern, ernsthaft annehmen kann, dass ein Gebilde wie unser Sonnensystem zufällig entstanden ist. Ich persönlich glaube, dass jeder Mensch, der mit so einer Behauptung konfrontiert wird, mit ungläubigen Reaktionen seines gesunden Menschenverstandes konfrontiert wird, die aber unterdrückt werden aus Gründen, die ich im Zusammenhang mit den psychologischen Hintergründen beleuchten möchte.

Übrigens kann man bei Lebewesen beobachten, dass sie sehr flexibel und ausgleichend mit Einschränkungen ihrer Funktion umgehen können. Das wiederum könnte zu dem Schluss führen, dass Funktion vielleicht doch nicht so anspruchsvoll ist, wie ich es oben geschildert habe. Das Gegenteil ist jedoch der Fall:

Lebewesen sind selbst-regenerierende und selbst-ausgleichende Systeme bezogen auf Einschränkungen ihrer Funktion. Und das wiederum stellt sogar noch mal eine krasse Steigerung des funktionalen Aspektes dar. Das kann jeder bestätigen, der mal versucht hat, aus einem funktionalen System ein selbst-regenerierendes und selbst-ausgleichendes System zu machen. Das ist die ganz hohe Kunst funktionalen Erschaffens und macht die Annahme zufälligen Entstehens noch absurder.

nächstes Kapitel: Unpräzises Denken