Unerkannte Sucht

Bei Lebewesen ohne rationalen Verstand werden die Aktivitätsimpulse ohne rationale Reflexion in Verhalten umgesetzt und die daraus resultierende Entwicklung führt zu etwas, das ich als “Erfüllung” bezeichne. “Erfüllung” ist das Gefühl, wenn man bekommt, was man angestrebt hat. “Erfüllung” ist die emotionale Belohnung für erfolgreiche Entwicklung.

Beim Menschen werden viele Aktivitätsimpulse nicht in Verhalten umgesetzt, weil der Verstand sie nicht als erfolgversprechend einschätzt. Das kommt daher, dass der Verstand die Evolution als zufällige Entwicklung betrachtet und das Evolutionsprinzip nicht kennt. In der Folge fällt die Erfüllung aus:

  1. Aktivitätsimpulse sind da
  2. Verstand blockiert Aktivitätsimpulse wegen fehlenden Erfolgsaussichten
  3. keine Umsetzung der Aktivitätsimpulse in Verhalten
  4. keine Entwicklung
  5. keine Erfüllung

Das Bewusstsein braucht aber Erfüllung in einem gewissen Maße, welches nun nicht erreicht wird. Das Bewusstsein sucht sich deshalb eine Ersatzbefriedigung und es entsteht Sucht.

Der größte Teil von Sucht wird nicht als solche erkannt. Ich definiere Sucht als ein Verhalten, das nicht durch direkte Aktivitätsimpulse des Bewusstseins angestoßen wird, sondern auf indirektem Wege entsteht, weil ein Zustand von Unerfülltheit ausgeglichen werden soll. Sucht bedeutet, dass ein bestimmtes Verhalten im Übermaß zur Anwendung kommt. Das führt zu diversen Formen von Ungleichgewicht im Gesamtsystem aus Körper und Psyche.

Die häufigste und am meisten unerkannte Form von Sucht ist übermäßiges Essen. Das Ungleichgewicht äußert sich als Übergewicht.

Die Sucht wird in der Regel aber nicht als solche erkannt, sondern die Fehlfunktion wird dem natürlichen Appetit des Körpers angelastet. Man könnte auch sagen, dass die Idee “Mein Körper möchte mehr essen als gut für ihn ist” auf den Körper draufprojiziert wird. Das Verhalten, welches die Idee auf den Körper projiziert, sind Diäten und generell Einschränkungen beim Essen, die wie bereits weiter oben beim Beispiel Ernährung zu einem Dauerkonflikt mit dem natürlichen Appetit führen.

Und so wie in der Evolution des Menschen die Idee “Ich kann aufrecht gehen” zu einer positiven Entwicklung geführt hat, so führt nun die Idee ...

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nächstes Kapitel: Ideologie ohne Nutzen